Hallo Chantal,
ich kenne es auch, daß ich die Tage vor dem Eisprung zurückgezogen bin und wenig belastbar. Außerdem nimmt die Libido mit jedem Tag näher am Eisprung zu. Ich empfinde es allerdings nicht als krankhaft, sondern habe es bisher für natürlich gehalten.
Ich bin da extrem rückzugbedürftig und verliere mich in Träumen, die niemanden was angehen

. Und wenn ich zu doll gefordert bin, an den Tagen, dann bin ich auch leicht gereizt bis depressiv. Ich versuche mich damit einzurichten, indem ich an den Tagen nur Routinearbeit mache und schaue, daß ich die Kinder mit tollen Sachen beschäftigt habe, für die sie meine mentale Anwesenheit möglichst wenig brauchen. (Hört sich jetzt vielleicht hart an, aber es geht ihnen damit viel besser, als wenn ich genervt die ganze Zeit für sie anwesend wäre.) Und wenn ich für mich das so hingebogen habe, dann geht es mir auch richtig gut, in meiner inneren Welt. Und am Tag nach dem Eisprung habe ich richtig große Lust, mich wieder in die Außenwelt zu stürzen.
Vor über 12 Jahren habe ich auch die Pille genommen, habe es aber nicht damit in Zusammenhang gebracht.
Wenn Du so richtig darunter leidest und weiter vermutest, daß was mit den Hormonen nicht stimmt, dann würde ich das tatsächlich untersuchen lassen. Weil es Dich sonst nicht in Ruhe läßt und Du immer denkst, daß da was nicht stimmt.
Aber ich würde den Arzt sehr gut aussuchen. Es muß jemand sein, der akzeptiert, daß er nur zum Diagnosestellen da ist und zwar Therapien vorschlagen kann, Du aber selber entscheidest, ob und wie Du therapierst. Das kann recht schwierig sein, das durchzusetzen, je nachdem, wie sicher Du "Respektpersonen" gegenüber auftreten kannst. Im Zweifelsfall sagst Du, Du ziehst um und wechselst deshalb den Arzt. Ich würde auf jeden Fall auf eine Kopie der Blutwerte bestehen. Wenn er sie nicht geben will, kannst Du ja sagen, Du willst noch eine zweite Meinung einholen, oder etwa, daß Du für eine ganz andere Fachrichtung oder eine OP Blutwerte brauchst und sie dem anderen Arzt vorlegen willst, damit dieser nicht noch mal Blut abnehmen muß.
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß anthroposophische Ärzte sehr gründlich untersuchen und auch die Vorstellungen und Wünsche des Patienten mit beachten. Außerdem sehen sie den Menschen ganzheitlich und haben Erklärungsansätze für Krankeiten, die über das Medizinische hinausgehen. Ich gehe nicht ganz konform mit dem anthroposophischen Weltbild, nehme da auch nur mit, was mir hilft. Aber rein praktisch komme ich mit ihnen am besten aus, weil sie mir eben die Freiheit lassen, mit den Befunden zu machen, was ich will. Und ich habe das Gefühl, daß sie nicht so drin sind, in der "Ärzte- Mafia", wie die üblichen Haus- und Fachärzte. Falls das in Frage kommt, es gibt Listen von anthroposophischen Ärzten im Internet.
Aber bevor ich eine Untersuchung machen lassen würde, würde ich erst mal selber schauen, was es zu beobachen gibt. Hast Du schon einen Überblick über Deinen Zyklus? Hier z.B.:
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Außerdem würde ich Dir das Buch "Frauenkörper, Frauenweisheit: Wie Frauen ihre ursprüngliche Fähigkeit zur Selbstheilung wiederentdecken können" von Christiane Northrup empfehlen. Es ist kein urköstliches Buch. Sie empfiehlt aber möglichst naturbelassene Nahrung und hat sehr viele natürliche und psychologische bis spirituelle Ansätze. Es ist ein super langes Buch, aber es lohnt sich.
Alles Gute,
Tanja
P.S.: Und noch mal allgemein zu der Arztempfehlung: ich möchte mitnichten sagen, daß Chantal unbedingt zum Arzt gehen soll. Ich meide selber Ärzte, wo es geht. Aber da sie davon überzeugt ist, daß es an den Hormonen liegt, wäre es schon für ihren Seelenfrieden gut zu wissen, ob ihre Probleme tatsächlich daran liegen.